Hörstadt
Ein
Projekt von Linz 2009
- Kulturhauptstadt Europas

Die Linzer Charta
Der akustische Raum
ist alles, was wir hören. In ihm konkretisieren sich unsere Lebensbedingungen
ebenso unmittelbar wie – da wir das Gehör nicht abschalten können –
unausweichlich. Der akustische Raum ist formbar. Er kann gestaltet, gepflegt
und entwickelt werden.
Wir
anerkennen den akustischen Raum als elementaren Bestandteil unseres
Lebensraumes und verpflichten uns, bei seiner Gestaltung und Entwicklung
folgende Werte zu beachten:
·
Der akustische Raum ist Gemeingut. Er gehört allen.
·
Die Gestaltung des akustischen Raums ist Recht und Sache aller
Menschen. Die Mitwirkung daran bedarf der Chancengleichheit.
·
Die Teilhabe am akustischen Raum erfordert das Recht auf
akustische Selbstbestimmung und die Entwicklung eines akustischen
Verantwortungsgefühls.
·
Städte sind Orte akustischer Vielfalt und akustischen Reichtums,
der allen barrierefrei offen stehen soll.
·
Auch im akustischen Raum besteht das uneingeschränkte Recht auf
persönliche körperliche Souveränität ebenso wie das Recht auf persönliche
Gesundheit.
Auf
diesen Werten aufbauend orientieren wir uns an folgenden Zielen:
·
Wir wollen akustische Vielfalt und Klangreichtum ermöglichen und
fördern.
·
Wir begreifen Bau-, Verkehrs- und Raumentwicklungsprozesse in
unserer Stadt auch als akustische Prozesse.
·
Wir wollen alle Räume im öffentlichen Eigentum einschließlich
aller öffentlichen Verkehrsmittel frei von dauerhafter Beschallung halten.
·
Wir streben zum Schutz von ArbeitnehmerInnen und KonsumentInnen
eine Verringerung der Beschallung der öffentlichen Sphäre an.
·
Wir wollen die volle gesellschaftliche Teilhabe aller
Hörbeeinträchtigten gewährleisten.
·
Wir rufen die Bildungseinrichtungen - insbesondere Kindergärten
- auf, den Erwerb von Hörkompetenz in den Fokus ihrer Arbeit zu rücken.
·
Wir wollen verantwortungsvolles, innovatives und
gesellschaftlich engagiertes akustisches Verhalten fördern sowie neue Wege der
Lärmbekämpfung gehen.
Mit der „Linzer
Charta“ machen wir das Hören zu einem der Kernbereiche unserer Politik und laden
andere Kommunen ein, sich der „Linzer Charta“ anzuschließen. Wir appellieren an
die GesetzgeberInnen, den akustischen Raum als zentralen Lebensbereich zu
berücksichtigen. Wir tun dies im Wissen und in der Überzeugung, dass Menschen
von dem, was sie hören, in ihrem Innersten beeinflusst und berührt werden.
Akustisch bewusstes
Handeln schafft Lebensqualität und begünstigt die individuelle Teilhabe an der
gesellschaftlichen Kommunikation.
Stand:
September 2008
© Alle Rechte
vorbehalten
Hörstadt – Ein Projekt
von Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas
Abdruck auf dem Websitz
http://www.artakus.de/hoerstadtl.html
mit Genehmigung von Hörstadt
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